„Wo ist das Problem?“

Pressemitteilung vom 18. März 2010, des Jugendbildungsnetzwerkes bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung:

„CDU gründet „Bürgerbündnis für Demokratie gegen Extremismus“ und die NPD sitzt mit drin

Im sächsischen Limbach-Oberfrohna ist das politische Koordinatensystem anscheinend etwas anders ausgerichtet.
Da gibt es seit mehreren Jahren Angriffe gegen ‚Nicht-Deutsche‘ und alternative Menschen, deren Täter aus rechten Cliquen oder den Reihen der sogenannten ‚freien Kräfte‘ kommen. Außerdem hat sich eine Gaststätte in der Stadt als Veranstaltungsort für rechte Propaganda etabliert.
Die CDU der Stadt sah jedoch lange Zeit „kein rechtes Problem“ sondern einen Schaden am Ansehen der Stadt durch antifaschistische Engagement. (mehr…)

Engagement in Lagern

Bürger verlieren Überblick

Von Katrin Knappe

Dass sich Bürger, egal ob sie einer Partei angehören oder nicht, egal ob sie in der Kirche sind oder nicht, gegen Rechtsextremismus engagieren wollen, ist gut. Schließlich haben nach Angaben der Beratungsstelle für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt im vergangenen Jahr 7 der 19 rechtsextremistischen Angriffe im Landkreis Zwickau in Limbach-Oberfrohna stattgefunden. Dass in der Stadt aber nun zwei Bündnisse konkurrieren, ist für dieses Anliegen fatal. Denn das sinnvolle Engagement droht in Diskussionen zwischen den beiden Bündnis-Lagern zerredet zu werden. Wer sich engagieren will, verliert den Überblick – und lässt es vielleicht. Das rechte Problem in der Stadt aber bleibt.

Neues Bürgerforum für Demokratie

Initiative will gegen Rechtsextremismus in Limbach-Oberfrohna aktiv werden – CDU-Bündnis trifft sich erst noch

Limbach-Oberfrohna. In Limbach-Oberfrohna hat sich am Montagabend ein Bündnis gegen Rechtsextremismus gegründet. Unter dem Namen „Buntes Bürgerforum für Demokratie“ wollen die derzeit rund 25 Mitglieder etwa mit Informationsveranstaltungen aktiv werden. Initiiert wurde das Treffen zwar von der Diakonie. „Wir verstehen uns dennoch als überparteiliches und überkonfessionelles Forum“, sagt Gerhard Schönherr, Projektleiter im Diakonie-Zentrum in Limbach-Oberfrohna. (mehr…)

Diakonie lädt zu Forum ein

Kirche organisiert Treff für Demokratie gegen Rechtsextremismus

Limbach-Oberfrohna. Angesichts der neuesten Zahlen zu rechtsextremistischen Angriffen im Landkreis Zwickau hat sich die Stadtmission Chemnitz entschlossen, für Montag, 18 Uhr im Diakoniezentrum an der Pleißaer Straße zu einem Bürgerforum einzuladen. Hintergrund: In Limbach-Oberfrohna haben im vergangenen Jahr 7 der 19 rechtsextremistischen Angriffe im Landkreis stattgefunden. Die Stadt sei damit eine Schwerpunktregion, wie die Beratungsstelle für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt bekannt gab.
„Wir wollen parteiübergreifend und tolerant das Thema behandeln“, sagt Gerhard Schönherr, Projektleiter Kirchen-Bezirks-Sozialarbeit. Dabei will der Kirchenmitarbeiter mit interessierten Bürgern erörtern, wie ein Demokratie-Aktions-Bündnis funktioniert. „Wir wollen mehr präventiv und sozialpolitisch arbeiten. Bisher haben nur die Parteien um dieses Thema gestritten“, so Schönherr. Rat holt sich das Kirchenforum dabei von Politikwissenschafter Thomas Schubert von der TU Chemnitz. Angesichts der Sachbeschädigungen, oftmals mit einem rechtsgerichteten Motiv, sei dieses Forum notwendig, meint Schönherr. Zuvor hatten die Parteien darüber gestritten, ob ein Runder Tisch zum Thema Extremismus stattfindet oder ein Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus stattfinde. Der CDU-Stadtverband plant die Gründung des Bündnisses für den 5. März. (BJ)

Statistik: Limbach ist rechter Schwerpunkt

Limbach-Oberfrohna. In Limbach-Oberfrohna haben im vergangenen Jahr 7 der 19 rechtsextremistischen Angriffe im Landkreis Zwickau stattgefunden. Neben Zwickau ist die Stadt damit eine Schwerpunktregion, wie die Beratungsstelle für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt gestern bekannt gab. „In Bezug auf die Einwohnerzahl ist das in Limbach enorm. Hierbei wurden noch nicht einmal alle rechtsmotivierten Sachbeschädigungen wie zerstörte Fenster und eingeschlagene Türen gezählt, da diese nicht unseren Kriterien eines Angriffs entsprechen“, sagte André Löscher von der Opferberatung. (BJ)